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Brandgefährlich: So marode ist der Brandschutz in Europas Atomkraftwerken

Von Betreibern, die auf Zeit spielen – und Behörden, die sie gewähren lassen


Deutsche Atomkraftwerke haben ein Sicherheitsproblem: ihre Brandschutzklappen sind Jahrzehnte alt. Unterlagen aus dem Inneren des französischen Atomgiganten EDF zeigen, mit welchen Tricks Betreiber die erlaubten Grenzwerte einfach selbst ändern. Und wie Aufsichtsbehörden alles absegnen – auch in Deutschland. Dies ist auch die Geschichte zweier Whistleblower, die vergebens warnen. Eine gemeinsame Recherche mit dem RTL Nachtjournal und Mediapart.


Dietmar Krause muss 500 Höhenmeter überwinden, um sich sicher zu fühlen. Serpentine um Serpentine schraubt er sich in seinem Mercedes den Berg hinauf. Das Handy klingelt. „Nein, Schatz”, raunt er in den Hörer. „Mach dir keine Sorgen. Ich erzähle nicht zu viel.” Dann kommen wir auf der Bergkuppe an. 

Es ist ein grauer Morgen Anfang März. Die kalte Bergluft ist beißend kalt, auf den umliegenden Gipfeln liegt noch Schnee. Der Wirt des Berghauses Oberbölchen begrüßt Krause mit Handschlag. Sonst ist da nur noch ein Pärchen mit Motorrad. Keiner hört hier, welche Betriebsgeheimnisse er preis gibt, aus dem „Pulverfass”, wie Krause es nennt. Er meint das Atomkraftwerk Gösgen, das tief unten in der Ebene liegt und für das er lange gearbeitet hat. Sein einstiger Arbeitgeber würde Krause für das, was zu sagen hat, wohl verklagen.

Krause, der eigentlich anders heißt, wirkt nicht wie ein ängstlicher Typ. 1,90 Meter, kräftig. Ein Tüftler mit schwieligen Händen, die von mehr als 30 Jahren Arbeit an Kabeln und Maschinen erzählen. Wann genau in diesen 30 Jahren als AKW-Techniker er zu der Überzeugung kam, dass die Atomkraft nicht beherrschbar ist, kann er nicht mehr sagen. Sie reifte mit dem Alter des Meilers. 

Krause breitet Fotos auf dem Tisch aus. In dicken Betonwänden sieht man graue Brandschutzklappen, daneben verkratzte Plaketten. Die Nummern der Räume, die die Klappen im Brandfall voneinander trennen sollen, lassen sich nur schwer erkennen. „Das ist uralte Technik“, sagt Krause. 

In breitem Schweizerdeutsch redet er sich immer mehr in Rage. In den 90er-Jahren habe er noch Geld für den Brandschutz ausgeben können. Um Kabel neu abzuschotten oder sie einfach nur regelmäßig zu warten. Das habe sich geändert: „Zuletzt wurde nur noch gespart.“



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https://correctiv.org/recherchen/stories/2018/09/12/feuergefahrdet-so-altersschwach-ist-der-brandschutz-in-europas-atommeiler/


Reposted byanti-nuclear anti-nuclear

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